Bundesverband Schießstätten e.V.

Aktuelles und Termine

Datenschutz beim Betrieb von Schießstätten

Mit Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) haben sich die Anforderungen verschärft. Damit Sie, als Betreiber einer Schießstätte ein angemessenes Schutzniveau der personenbezogenen Daten gewährleisten können, haben wir einen Experten beauftragt, der die wesentlichen Pflichten in einem Merkblatt zusammengefasst hat.

Folgende Informationen stellen wir Ihnen als PDF-Datei auf unserer Internetseite zur Verfügung:

Das DS-GVO Infoblatt für Schießwettbewerbe ist für Mitglieder auf Anfrage auch als Word-Dokument erhältlich.

 

Downloads:
Merkblatt DS-GVO
DS-GVO Infoblatt für Schießwettbewerbe


Seminare für Aufsichtspersonen

Der BVS veranstaltet in diesem Herbst drei Seminare für Aufsichtspersonen.

Folgende Termine sind vorgesehen:

Am 21.09.2019 in Gießen
Am 02.11.2019 auf dem Schießstand Liebenau
Am 16.11.2019 auf dem Schießstand Bergkamen

Die Seminare beginnen um 9.00 Uhr und enden um 17.00 Uhr.
Anmelden können Sie sich mit dem unten stehenden Anmeldeformular bei der BVS Geschäftsstelle.

Die Seminare haben folgende Inhalte:
I. Schießstandordnung
1.) Aufsicht
2.) Fußgänger und Fahrzeugverkehr
3.) Aufenthalt auf der Schießstätte
4.) Aufenthalt auf den Schützenständen
5.) Betreten von Gefahrenbereichen
6.) Durchführen des Schießens
II.  Relevante Bestimmungen des Waffengesetzes und der Allgemeinen Waffengesetz Verordnung

Seminarleiter : Berthold Begemann

Kosten: 50,00 € pro Teilnehmer
Jeder Teilnehmer erhält eine Teilnahmebescheinigung.

Die Teilnehmerzahl ist bei allen Seminaren auf 30 Personen beschränkt.

Downloads:
Tagesordnung Aufsichtenseminar 2019
Anmeldeformular Aufsichtenseminar Herbst 2019


Präsidiumssitzung am 25. und 26. März 2019

Gemeinsam mit den ehemaligen Präsidiumsmitgliedern traf sich das neue BVS-Präsidium zu seiner ersten Sitzung in Bad Driburg. Im Mittelpunkt der Sitzung stand die Aufgabenverteilung in dem Gremium.

Die Arbeitsgebiete der Präsidiumsmitglieder:

Dirk Schulte-Frohlinde    Vertretung nach Innen und Außen;
Betreuung der Geschäftsstelle;
BVS-Newsletter
 
Rolf Knäpper Vertretung nach Innen und Außen;
Betreuung der Geschäftsstelle
 
Jürgen Kohlheim Juristische Beratung
 
Frank Göpper Juristische Beratung
 
Frank Seyring Betreuung der Mitglieder in den Neuen Bundesländern
 
Jochen Sokolowski Betreuung der Süddeutschen Mitglieder
 
Berthold Begemann Seminare für Aufsichtspersonen
 
Christian Junge Finanzen
 

Weiteres Thema war die Novellierung des WaffG und der AWaffV, wo insbesondere Frank Göpper und Jürgen Kohlheim, die sich für das Forum Waffenrecht und den DSB in Stellungnahmen eingebracht hatten, interessante Informationen lieferten. Zwischenzeitlich haben alle Schießsportverbände und der DJV einen gemeinsamen Vorschlag zum §12 AWaffV gemacht.  Es bleibt abzuwarten, wie die Politik diesen Vorschlag aufnimmt.

Berthold Begemann wird im Herbst Seminare für Aufsichtspersonen durchführen. Es liegen schon Anfragen von Schießstandbetreibern vor, die Interesse an der Schulung der Aufsichten bekundet haben. Die Termine werden in Kürze festgelegt und den Mitgliedern mitgeteilt.  

Das Treffen endete am nächsten Tag mit einer Besichtigung der Geschäftsstelle auf dem Schießstand in Buke und einer Runde durch den Schießgarten.


BVS-Informationsstand auf der IWA in Nürnberg

Die anwesenden BVS-Präsidiumsmitglieder
vor dem Gemeinschaftsstand

Während der vier Tage wurde der Stand von Mitgliedern und interessierten Besuchern angelaufen.

Die ganze Zeit waren Präsidiumsmitglieder Vorort und gaben Auskunft.

Es zeigte sich einmal wieder, wie wichtig Präsenz auf solchen Veranstaltungen ist.

Dank gilt an dieser Stelle unserem Präsidiumsmitglied Frank Göpper, der zusammen mit seiner Mitarbeiterin Frau Sabine Mic vom Forum Waffenrecht die Präsentation des Standes vorbereitet hatte.

Auch im nächsten Jahr werden wir eine Beteiligung auf dieser Messe ins Auge fassen.

 

Das ehemalige BVS-Präsidiumsmitglied
Erich Kapfer (r.) besucht den BVS

Seminare für Schießtandbetreiber

Kuschelig ging es auf dem Seminar in    
Garlstorf zu

Auf der Mitgliederversammlung in Dortmund Anfang Februar hatte das neue Präsidium die Durchführung von Betreiberseminare angekündigt. Diese fanden jetzt an drei Orten statt, die so ausgewählt waren, dass Mitglieder aus dem Norden, aus der Mitte und aus dem Süden Deutschlands sie gut erreichen konnten.

Den Auftakt machte das Seminar auf dem Schießstand in Garlstorf bei Hamburg. 44 Teilnehmer aus dem Norddeutschen Raum nahmen daran teil.

Das zweite Seminar fand in Friedewald in Nordhessen mit 28 Teilnehmern statt.

Den Abschluss machte die Veranstaltung in Mahdental bei Stuttgart, wo 43 Schießstandbetreiber aus Süddeutschland sich informieren ließen.

Als Referenten traten unsere Präsidiumsmitglieder Jürgen Kohlheim und Frank Göpper auf, die die rechtlichen Probleme beim Betrieb eines Schießstandes, von den Genehmigungen, den umweltrechtlichen Fragen bis hin zu Haftungsfragen beleuchteten.

  Das zweite Seminar wurde im Schlosshotel  
in Friedewald/Hessen durchgeführt

Der öffentlich bestellte und vereidigte Schießstandsachverständige Dipl. Ing. Jürgen-Hermann Voss ging in seinem Vortrag auf den Betrieb von Wurfscheibenanlagen ein. In seinem sehr anschaulichen Vortrag wies er auf die Problemstellungen hin, die mit dem Bau oder Umbau einer solchen Anlage zusammenhängen. Zum Schluss seines Vortrages zeigte er mit eindrucksvollen Bildern Möglichkeiten der Sanierung von Wurftaubenständen auf. Diese sind zu erreichen durch Aufnahme des Bleis von den belasteten Flächen und den Abtransport auf entsprechende Deponien. Eine weitere Möglichkeit ist der gesicherte Einbau in Wallanlagen oder eine gesicherte Deponierung auf einer eingezäunten und für Menschen nicht zu betretenden Fläche. Natürlich gibt es auch Möglichkeiten des Recyclings des Bleis durch Windsichtung oder Sieben des belasteten Materials.

Den letzten Part der Veranstaltungen übernahm Dipl. Ing. Helmut Kinsky mit einem Vortrag über Kugelschießstände. Zu heftigen Diskussionen führte es auf allen Seminaren bei dem Thema Bodenblenden, die gerade in NRW zwingend eingebaut werden sollen. Natürlich ging er auf schallmindernde Möglichkeiten von offenen Kugelanlagen ein, die unbedingt notwendig sind, um bei Angriffen insbesondere von Anliegern gewappnet zu sein. Voraussetzung für den Betrieb eines jeden Schießstandes ist ein Lärmgutachten, auf dem sich dann mögliche schallmindernde Maßnahmen stützen. Den Abschluss seiner Ausführungen bildeten beeindruckende Bilder von gravierenden Sicherheitsmängel auf Kugelschießständen.

Das letzte Betreiberseminar fand in Mahden-
thal bei Stuttgart statt

Alle Teilnehmer erhielten eine Teilnahmebestätigung und auf Wunsch eine CD, auf der die Vorträge der Referenten festgehalten waren.

Am Ende der Seminare konnte festgehalten werden, dass kein Teilnehmer sein Kommen bereut hat. Alle konnten viele Anregungen für die weitere Arbeit auf den Schießständen mitnehmen. Auch Schießstandbetreiber, die noch nicht Mitglied im BVS sind, gaben teilweise schon an den Veranstaltungsorten ihre Aufnahmeanträge ab, ein Zeichen dafür, dass der BVS mit den Seminaren überzeugt hat.


Wurfscheibenanlage - Walllösung 2.0

Optimierung von Wallanlagen durch Einsatz von Folien und Netzen

von Jürgen H. Voss

Seit einigen Jahren haben sich auf Wurfscheibenanlagen (WSA) sog. Wallanlagen als gute und finanzierbare Lösung zum Rückhalt der Schrote durchgesetzt. Nachteil der meist unbewehrten Erdwälle ist, dass die Rückholbarkeit der Wurfscheibenreste und Schrote fast immer mit erheblichen Eingriffen in die Substanz der Erdwälle verbunden ist und die Oberfläche des Erdwalles nach einer (Teil-)Sanierung neu aufgebaut werden muss. Je nach Eigenschaften des Bodenmaterials kommt es auch zu Schäden durch Beschuss, die regelmäßig ausgebessert werden müssen.

Schrotfangwall vor der Nachrüstung, WSA Westerbeck
(Foto: Voss)

Einige der Wallanlagen sind seit 10 und tlw. mehr Jahren in
Betrieb und es wurde an der Zeit, Lösungsansätze für eine
Optimierung zu finden. Auch die Genehmigungsbehörden, insbesondere die Wasserwirtschaft, erwartet hinsichtlich der Rückholbarkeit der Schrote Verbesserungen, wenn beim Blei als Schrotvorlage festgehalten werden soll.

Gelungen ist diese Verbesserung jetzt bei einigen Anlagen
durch eine neue Oberflächengestaltung mit Kunststoffdichtungsbahnen (KDB) in Verbindung mit einer Auflage aus Silageschutznetzen.

 

Schrotfangwall nach der Nachrüstung, WSA Westerbeck
(Foto: Voss)

Bei den KDB handelt es sich meist um Material aus Hochdruckpolyethylen (HDPE) mit Zulassung nach dem Wasserhaushaltsgesetz, wie es bei landwirtschaftlichen Silos oder im Deponiebau Verwendung findet. Die Folienbahnen werden verschweißt,
so dass die Oberfläche des Schrotfangwalles wasserundurchlässig wird und die Bleischrote nicht mehr mit dem Wallmaterial
in Berührung kommen. Die auf den KDB verlegten Silageschutznetze sind handelsüblich und werden entweder mit Erdnägeln
oder mit einem bewährten System aus Sandsäcken und Schlaufenbändern fixiert.

Aufgrund der Versiegelung größerer Flächen ist i. d. R. dann
auch eine geregelte Oberflächenentwässerung erforderlich,
die einer wasserrechtlichen Erlaubnis bedarf. Bisher waren
diese Erlaubnisse für die reinen Erdwälle nicht erforderlich. Darüber hinaus kann in die Entwässerung eine Kontrolleinrichtung integriert werden, aus der Wasserproben entnommen werden können und sogar eine Filteranlage kann angeschlossen bzw. nachgerüstet werden, die bei Bedarf Schadstoffe aus dem gesammelten Oberflächenwasser entfernt.

Schrotfangwall mit Folien- und Netzbewehrung,
WSA Garlstorf (Foto: Voss)

Rückholbarkeit der Wurfscheibenreste und Schrote werden so wesentlich erleichtert und die Anlage macht auch optisch immer einen sauberen Eindruck. Erwünschter Nebeneffekt ist die bessere Sichtbarkeit der Schei-ben vor dem grünen Hintergrund, der es den Schützen erleichtert, „an der Scheibe“ zu bleiben.

Die Nachrüstung mit Folien und Netzen ist - wie damals die Wallanlagen -  ein weiterer Schritt zur Umweltverträglichkeit von Wurfscheibenanlagen, die die Akzeptanz von Blei als Schrotvorlage fördert.

 

 

 

 


Wechsel an der Spitze des Bundesverbandes Schießstätten (BVS)

Auf der Mitgliederversammlung des BVS in Dortmund wurde ein neues Präsidium gewählt.

Der neue BVS-Präsident Dirk Schulte-Frohlinde (r.) wurde in Dortmund zum Nachfolger von Hans-Herbert Keusgen (l.) gewählt. (Foto: BVS)

Neuer Präsident wurde der Jurist und ehemalige Geschäftsführer der Landesjägerschaft Niedersachsen Dirk Schulte-Frohlinde. Er löst das Gründungsmitglied Hans-Herbert Keusgen ab, der den Verband seit 2002 geführt hatte. Neuer Vizepräsident wurde Rolf Knäpper aus NRW. Für die ausscheidenden Mitglieder des Präsidiums Dr. Bernd Möller und Erich Kapfer kamen neu in das Führungsgremium Peter Clemens (Rhld.-Pfalz) und Jochen Sokolowski (Baden-Würtemberg). Christian Junge aus der Geschäftsstelle des Landesjagdverbandes NRW übernimmt die Finanzen.

Dirk Schulte-Frohlinde dankte den scheidenden Präsidiumsmitgliedern, insbesondere Herbert Keusgen, für ihre langjährige Mitarbeit im Verband.

Der BVS wird in Zukunft neben der Beratung der Mitglieder bei Planung, Bau und Sanierung der Schießstätten seinen Schwerpunkt auf Schulungsangebote der Mitglieder durch Seminare aber auch auf regelmäßige Informationen durch einen Newsletter legen.
 

Das neue Präsidium besteht aus:
Präsident Dirk Schulte Frohlinde, ehemaliger Geschäftsführer der Landesjägerschaft Niedersachsen. Gründungsmitglied des BVS
Vizepräsident Rolf Knäpper, ehemaliger Mitarbeiter der RUAG und Mitglied der Schießstandkommission des Landesjagdverbandes NRW

Dirk Schulte-Frohlinde und Rolf Knäpper bilden das geschäftsführende Präsidium i.S.v. § 26 BGB.

Präsidiumsmitglieder kraft Sonderrechts:
Für den Deutschen Schützenbund:   Jürgen Kohlheim, ehemaliger Justitiar des DSB
Für den Deutschen Jagdverband:      Frank Seyring, Präsident des LJV Sachsen
Für den Herstellerverband:                Frank Göpper, Geschäftsführer des Forum Waffenrecht

Vertreter der Betreiber:
Berthold Begemann
Peter Clemens
Jochen Sokolowski

Beauftragter Schatzmeister:
Christian Junge


Betreiberseminare im Frühjahr 2019

Zu Fort- und Weiterbildung bietet der BVS drei Betreiberseminare an.

Termine:

02.03.2019 Schießstand Garlstorf, Zur Osterheide100, 21376 Garlstorf
Dieses Seminar ist vorgesehen für Schießstandbetreiber aus den Ländern:
Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin

23.03.2019 Göbel´s Schlosshotel, Prinz von Hessen, Schlossplatz 1, 36289 Friedewald (bei Bad Hersfeld)
Dieses Seminar ist vorgesehen für Schießstandbetreiber aus den Ländern:
Hessen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen

30.03.2019 Gaststätte Kulinarium, Mahdenthaler Str. 111, 70569 Stuttgart
Dieses Seminar ist vorgesehen für Schießstandbetreiber aus den Ländern:
Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Saarland
Dieses Seminar ist ausgebucht.

Max. 30 Personen pro Seminar (Anmeldungen werden nach Eingang berücksichtigt.)

Downloads:
Einladungschreiben Betreiberseminar
Tagesordnung Betreiberseminar
Anmeldeformular Frühjahr 2019.pdf


Sicherheit an erster Stelle!

Rückprallschutz auf Schießständen bei Einsatz bleifreier Solid-Geschosse

von Jürgen H. Voss

Mit Herausgabe der Schießstandrichtlinien 2012 ist auf Großkaliber-Schießständen (E0 bis 7.000 Joule) ein Rückprallschutz (Weichholz) bis zu einer Entfernung von der Schützenposition von 30,0 m erforderlich. In Abstimmung mit einem Schießstandsachverständigen können anstelle des Weichholzes auch ballistisch gleichwertige Materialien eingesetzt werden.

Bezüglich des Rückprallverhaltens und insbesondere zu den Rückprallweiten bleifreier Alternativgeschosse liegen keine ausreichend gesicherten Erkenntnisse vor, die eine exakte Festlegung der Verschalungslänge zulassen. Untersuchungen der DEVA zeigten außerdem, dass die bisherige Vorschrift der Schießstandrichtlinien mit der o. g. Weichholzverkleidung nicht immer ausreicht, um bei Einsatz hochmodener Nichtbleigeschosse ein Rückprallen von Geschossen/Geschossteilen oder Splittern der Bausubstanz selbst zu verhindern.

Bei Schießständen für Langwaffen bis E0 7.000 Joule ist bei Verwendung von homogenen Geschossen aus Kupfer, Messing o. Ä. (bleifreie Geschosse) gem. Ziffer 2.5.3 der neuen Schießstandrichtlinien deshalb auch einzelfallbezogen zu prüfen, ob über die o. g. Entfernung von 30 m eine Verschalung erforderlich ist bzw. welche weiteren Maßnahmen zu treffen sind. Im Einzelfall kann es erforderlich werden, den Rückprallschutz zu verstärken und/oder über die oben genannten Entfernungen auszudehnen.

Der seit April 2014 geltende Erlass der Niedersächsischen Landesforsten, dass in den Revieren der Landesforsten ausschließlich bleifreie Büchsengeschosse eingesetzt werden dürfen, erforderte nach Auffassung der Landesjägerschaft Niedersachsen e. V. aus Vorsorgegründen eine Nachrüstung der jagdlichen Schießstände mit zusätzlichem Rückprallschutz. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Schießstände unter Berücksichtigung der Sicherheit der Schützen auch uneingeschränkt für den Einsatz bleifreier Geschosse geeignet sind.

Da es aber noch keine verbindlichen technischen Vorgaben für die Rückprallsicherheit bei Einsatz von Nicht-Bleigeschossen gibt (s. o.), wurde vom Schießstandsachverständigen der Landesjägerschaft eine zusätzliche Anbringung von Rückprallschutz im unteren Bereich der Hochblenden empfohlen, da nur von dort ein Rückprallen in Richtung Schütze möglich ist.

Schießstand 100 / 50 m mit Protect HE® nachgerüstet

Für den zusätzlichen Rückprallschutz wurde ein Material gewählt, das auch bei militärischen Schießständen eingesetzt wird. Es handelt sich dabei um Vollgummiplatten, die nach entsprechendem Zuschnitt an die vorhandene Holzverkleidung geschraubt werden können. Dieses Material ist speziell für den Rückprallschutz bei Einsatz hochenergetischer Vollmantelgeschosse entwickelt und entsprechend zertifiziert. In einem internen Beschussversuch wurden auch schwachenergetische Geschosse E0 < 200 Joule und auch Kurzwaffenmunition geprüft.

Der zentrale Einkauf des Materials direkt beim Hersteller ermöglichte eine wirtschaftlich günstige Beschaffung. Um die Nachrüstungen einheitlich und technisch korrekt auszuführen, wurde der Auftrag zur Ausführung nach Einholung von Angeboten an eine Firma vergeben. Die Planung, Koordination sowie Überprüfung und Abnahme der umgerüsteten Schießstände wurde durch den von der IHK Lüneburg öffentlich bestellten und vereidigten Schießstandsachverständigen im Auftrag der LJN e. V. Herrn Jürgen H. Voss wahrgenommen.

Insgesamt wurden 30 ausgewählte Schießstände mit zusätzlichem Rückprallschutz nachgerüstet. Die Gesamtkosten betrugen 170.000,00 Euro. Aufgrund der Anordnung des damals zuständigen Ministers Meyer (Bündnis 90/Grüne), in den Revieren der Landesforsten nur noch bleifreie Büchsenmunition zuzulassen, konnte dieser überzeugt werden, die Kosten vollständig aus der Jagdabgabe zu finanzieren, so dass die Nachrüstung für alle Schießstandbetreiber kostenlos war.


Warum Bodenblenden in einem Schießstand für Büchsengeschosse?

von Dipl.-Ing. Helmut Kinsky

Bild 1

Hochblenden sollen regelmäßig kontrolliert werden, um gegebenenfalls Ausbesserungen vorzunehmen.

Bei den Kontrollen wird man immer wieder feststellen, dass in der Bekleidung der Hochblenden Beschädigungen durch Geschosse vorhanden sind. Auffallend ist, dass es sich nicht um kreisförmige Löcher handelt, sondern um Querschläger, die über die Fläche der Hochblende verteilt sind, bis hinauf in die Zinkabdeckungen (siehe Bild).

Es ist davon auszugehen, dass diese Querschläger auch über die Hochblenden hinausfliegen und damit das Hintergelände gefährden. Ursache dafür ist, dass Geschosse, die auf die Schießbahnen treffen, abgelenkt werden und bei großen Ablenkwinkeln zwischen den Hochblenden den Schießstand verlassen.

Bild 2

Näher untersucht hat die DEVA in einem Forschungsauftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Ablenkung von Büchsengeschossen beim Auftreffen auf unterschiedliche Böden. Bei weichen Böden, entsprechend der Schießbahnsohle (Sand, Grasbewuchs), ist ermittelt worden, dass Büchsengeschosse bei Auftreffwinkeln bis zu 10 Grad abgelenkt werden. Dies entspricht einer Schussentfernung von 9 m, gemessen vom Schützen bis zur Bodenberührung des Geschosses. Je nach Struktur der Schießbahnsohle können vertikale Ablenkwinkel von 25 Grad und mehr auftreten.

Eindringlich wird darauf hingewiesen, dass diese Gegebenheiten auch im jagdlichen Betrieb eine große Rolle spielen.

Die Erfahrungen über das Ablenkverhalten der Geschosse von den Schießbahnsohlen aus in Verbindung mit den Erkenntnissen der DEVA-Untersuchungen, dürfte bei den meisten Schießstandsachverständigen und verantwortungsvollen Schießstandbetreibern zu der Forderung führen, die Schießbahnsohlen mit Bodenblenden auszustatten.

Bild 3

Es ist davon auszugehen, dass ohnehin in einer zu überarbeitenden Schießstandrichtlinie Bodenblenden vorgeschrieben werden.

Die Jagdparcours Buke GmbH (Altenbeken) hat vor Kurzem ihre beiden „Laufender Keiler“-Schießstände erneuert. Unter anderem sind auf den Schießbahnsohlen Bodenblenden errichtet worden. Sie sind hintereinander so platziert, dass ein Schütze in stehender Haltung und maximaler Anschlaghöhe von 1,70 m nicht auf die Schießbahnsohle schießen kann (siehe Bild 2).

Der Aufbau der Bodenblenden ist auf Bild 3 dargestellt. Auf eine Betonkonstruktion sind hochbelastbare Stahlplatten mit einer Dicke von 12 mm geschraubt. Zur Vermeidung von Rückprallern sind die Bleche mit Weichholz (Dicke 2,4 cm) ausgestattet worden.


Neues Seminarangebote des BVS im Jahr 2019

1.) Aufsichten und deren wichtige Aufgabe im Schießbetrieb

- Tagesseminar-
Aufsichten haben als wichtigste Aufgabe dafür zu sorgen, dass vom Schießbetrieb laut Gesetz "keine vermeidbaren Gefahren für die äußere und innere Sicherheit der Schießstätten ausgeht".

  • Was bedeutet das? 
  • Welche sonstigen Aufgaben hat die Aufsicht, um die sie sich kümmern muss?

Das sind die Fragestellungen, die im Seminar vertieft behandelt werden.

Als Referenten stehen Dipl.-Ing. Helmut Kinsky sowie BVS-Präsidiumsmitglied Berthold Begemann zur Verfügung. Geplant sind im Jahr 2019 drei Seminare, die in verschiedenen Regionen Deutschlands stattfinden werden.

Termine und Orte sowie anfallende Teilnehmergebühren werden im Januar 2019 bekannt gegeben.

2.) Betreiberseminare

- Tagesseminar -
In diesem Seminar werden u. a. folgende Themen angesprochen:

  • Wer ist der "Betreiber" des Standes?
  • Wofür ist er verantwortlich?
  • Wie überträgt er Verwantwortung auf andere Personen?
  • Was muss er tun, um die Einhaltung der rechtlichen Anforderungen beweisen zu können?
  • Wem darf er als Verantwortlicher diese Verantwortung übertragen, wie geht das?
  • Welche Anforderungen werden an ihn als originär Verantwortlichen gestellt, wenn er Verantwortung delegiert hat?

Es ist - sogar leicht - möglich, einen Schießstand so zu betreiben, dass kein persönliches Haftungsrisiko besteht, man muss nur wissen wie und danach handeln.
Ziel dieses Seminars ist, die gundlegenden Prinzipien der Organisation, der Dokumentation des eigenen Handelns und des Handelns Dritter, mit Anleitung für die Praxis, zu vermitteln.

Darüber hinaus werden aktuelle Fälle der Sanierung von Kugel- bzw. Tontaubenständen vorgestellt. Hierzu gehören auch die Beantwortung von speziellen Fragen zu diesem Thema, wie:

  • Wie sollen Sie Ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Sanierung des Schießstandgeländes gerecht werden?
  • Welche Maßnahmen zur regelmäßigen Wiederaufnahme des Bleichrotes haben Sie ergriffen?
  • Wie bereite ich mich als Betreiber auf den Tag "X" vor?
  • Wie verhalte ich mich, wenn es soweit ist?

Kompetente Referenten werden diese Fragen darstellen und Lösungen aufzeigen.

Geplant sind drei Seminare, die in verschiedenen Regionen Deutschlands stattfinden werden.

Im Januar 2019 werden wir die Termine und die Teilnehmergebühren bekanntgeben.


Blei – Bleifrei

Die Diskussion um Blei und seine Alternativen hat viele Facetten. Es geht im Wesentlichen um folgende Punkte:

1. Besitzt bleifreie Munition die gleiche tierschutzgerechte Tötungswirkung wie Bleigeschosse?

Die hierfür vom BMELV in Auftrag gegebene „Gremse“-Studie, dies war in den Jagdzeitungen breit diskutiert worden, gibt die Antwort nicht. Die in der Untersuchung getroffenen Annahmen sind vom „Supervisor“, Dr. Beat Kneubühl, der auch die Fortsetzung der Studie begleitet, in Zweifel gezogen worden. Ein klares „Nein“ zur oben gestellten Frage äußert die Redaktion von WuH im Heft 16/2013 unter dem Titel „Bleifrei: UNTAUGLICH“, in dem sie die Studie des Verbandes der deutschen Berufsjäger vorstellt. Mittlerweile häufen sich die Hinweise, dass gerade bei schlechteren Schüssen die Zahl und die Schwierigkeit der Nachsuchen massiv ansteigen.

 2. Besitzt bleifreie Munition ein anderes Abprallverhalten als die Bleimunition?

Für diese Fragestellung liegt das Gutachten der DEVA mit den Auswertungen von Dr. Beat Kneubühl, Uni Bern, vor. Allzu schnell wurde von den Befürwortern der bleifreien Lösung nach diesem Gutachten geschlossen: „Alles kein Problem, keine wesentlichen Unterschiede, also stellen wir um!“ Wer diesen Schluss ziehen will, sollte das Gutachten und die Ausarbeitungen von Kneubühl nochmals kritisch prüfen. Kneubühl beantwortet die gestellten Fragen, geht aber nicht auf die Ergebnisse im Einzelnen ein.

Wird beispielsweise ein dünnmanteliges Geschoss, wie das KS, verglichen mit bleifreien Konstruktionen, so sind die Unterschiede, was den Verlust an Masse und Geschwindigkeit beim Anprall an Hindernisse angeht, deutlich. Es wäre natürlich (zeit- und kosten-)aufwändig, derartige „Details“ aus der Untersuchung zu konkretisieren. 

Andererseits, es ist schon erstaunlich: Jedes Mal, wenn man mit Schießstandexperten aus Kreisen der Polizei spricht, kommen die Geschichten mit den „Rückprallern“ bei deren bleifreier Munition (Action-Geschosse) zu Tage. Geschosse, die auf 50 m vom Geschoßfang zurückprallend den Schützen verletzten oder die hinter dem Schützen durch die Tür schlagen, sind nur denkbar mit bleifreier Munition. Die Zukunft wird zeigen, dass diese prinzipiellen – einfach in der Physik liegenden – Unterschiede vorhanden sind und sich entsprechend auswirken. Kupfer (oder Legierungen aus Kupfer und anderen Materialien) hat nicht die Duktilität (Verformbarkeit) des Bleis. Man kann ja entscheiden, dass die Betroffenen diese Risiken im „höheren“ Interesse hinzunehmen haben, aber sollte man dann nicht für eine rationale Abwägung aller Risiken diese auch konkret benennen können?

Dies kann nur bedeuten, dass über die Feststellungen des „Abprallgutachtens“ DEVA – Kneubühl hinaus die ja bekannten ergänzenden Fragestellungen sorgfältig geklärt werden.

Auch ansonsten wird uns Schießstandbetreibern ja – zu Recht - entgegnet, dass in Fragen der Sicherheit Geld keine Rolle spielen darf.

3. Ökotoxizität

Eine interessante Tatsache war, dass in Berlin klar ausgesprochen wurde, dass in gewisser Hinsicht die Ökotoxizität von bleifreien Geschossen – worauf der BVS stets hingewiesen hat – größer ist als die Ökotoxizität von Blei. Manche glauben natürlich sofort wieder, dass es bei der Blei-bleifrei-Diskussion nicht um das Blei, sondern darum geht, der Jagd ein weiteres Schnippchen zu schlagen, nach dem Motto: „Fällt Blei und Kupfer kommt, geht alles auf Kupfer los, usw.“

Wie es auch sei, wer ein bekanntes Terrain, dessen Risiken bestens bekannt sind, in unbekanntes Gebiet verlassen will, tut gut daran, dieses Gelände sorgfältig zu erkunden, sonst muss er vielleicht eines Tages feststellen, dass der Rückweg abgeschnitten ist.

4. Lebensmittelsicherheit im weiteren Sinne

Zum Thema Lebensmittelsicherheit liegen schwedische Untersuchungen von  Qvarfort und Holmgren sowohl zur Verteilung des Bleis im Wildkörper, als auch zur Aufnahme eventuell verzehrten Bleis im Menschen vor. Die Studien belegten eindrucksvoll, dass die üblichen Schätzungen bezüglich der Aufnahme von verschlucktem Blei im Körper um ein Mehrfaches zu hoch liegen. Nach Qvarfort / Holmgren liegt das wirklich im Körper ankommende Blei bei ca. 1 – 2 % des insgesamt aufgenommenen Bleis. Dieses Ergebnis würde zu der Tatsache passen, dass selbst Menschen, die 80 kg – mit Blei geschossenes – Wildbret pro Jahr essen, keine erhöhten Blut-Bleiwerte aufweisen, so Holmgren.

Der politische Druck in den Bundesländern wurde immer stärker und die Befürchtung, dass die Länder vollendete Tatsachen schaffen könnten, immer größer. Wir sollten – egal, wie man zur Verwendung von Blei in Munition steht – darauf bestehen, dass die angesprochenen Fragen umfassend geklärt werden. Es ist völlig unstreitig und klar, dass Blei toxisch und problembehaftet ist.