Bundesverband Schießstätten e.V.

Aktuelles und Termine

Seminare für Schießstandbetreiber

Der Bundesverband Schießstätten e.V. plant für das Jahr 2022 Betreiberseminare anzubieten.

Sie haben Interesse und möchten sich bereits auf der Teilnehmerliste vormerken lassen? Dann melden Sie sich unter

info@bvsev.org

bei uns!

Termin und Veranstaltungsort wird vorher bekannt gegeben.


Seminare für Aufsichtspersonen

Der BVS veranstaltet in diesem Jahr noch fünf Seminare für Aufsichtspersonen.

Folgende Termine sind vorgesehen:

  • 21.08.2020 auf dem Schießstand Liebenau
  • 02.09.2021 in Buke
  • 09.10.2021 in Buke
  • 23.10.2021 auf dem Schießstand Liebenau
  • 06.11.2021 in Buke

Die Seminare beginnen um 9.00 Uhr und enden um 17.00 Uhr.
Anmelden können Sie sich mit dem unten stehenden Anmeldeformular bei der BVS Geschäftsstelle.

Die Seminare haben folgende Inhalte:
I. Schießstandordnung
1.) Aufsicht
2.) Fußgänger und Fahrzeugverkehr
3.) Aufenthalt auf der Schießstätte
4.) Aufenthalt auf den Schützenständen
5.) Betreten von Gefahrenbereichen
6.) Durchführen des Schießens
II.  Relevante Bestimmungen des Waffengesetzes und der Allgemeinen Waffengesetz Verordnung

Seminarleiter : Berthold Begemann

Kosten: 60,00 € pro Teilnehmer für Mitglieder
             80,00 € pro Teilnehmer für Nichtmitglieder

Jeder Teilnehmer erhält eine Teilnahmebescheinigung.

Die Seminare haben eine Mindestgröße von 10 Teilnehmern und eine Obergrenze von 20 Teilnehmern.

Downloads:
Anmeldeformular_Seminare.pdf


Datenschutz beim Betrieb von Schießstätten

Mit Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) haben sich die Anforderungen verschärft. Damit Sie, als Betreiber einer Schießstätte ein angemessenes Schutzniveau der personenbezogenen Daten gewährleisten können, haben wir einen Experten beauftragt, der die wesentlichen Pflichten in einem Merkblatt zusammengefasst hat.

Folgende Informationen stellen wir Ihnen als PDF-Datei auf unserer Internetseite zur Verfügung:

Das DS-GVO Infoblatt für Schießwettbewerbe ist für Mitglieder auf Anfrage auch als Word-Dokument erhältlich.

 

Downloads:
Merkblatt DS-GVO
DS-GVO Infoblatt für Schießwettbewerbe


Wurfscheibenanlage - Walllösung 2.0

Optimierung von Wallanlagen durch Einsatz von Folien und Netzen

von Jürgen H. Voss

Seit einigen Jahren haben sich auf Wurfscheibenanlagen (WSA) sog. Wallanlagen als gute und finanzierbare Lösung zum Rückhalt der Schrote durchgesetzt. Nachteil der meist unbewehrten Erdwälle ist, dass die Rückholbarkeit der Wurfscheibenreste und Schrote fast immer mit erheblichen Eingriffen in die Substanz der Erdwälle verbunden ist und die Oberfläche des Erdwalles nach einer (Teil-)Sanierung neu aufgebaut werden muss. Je nach Eigenschaften des Bodenmaterials kommt es auch zu Schäden durch Beschuss, die regelmäßig ausgebessert werden müssen.

Schrotfangwall vor der Nachrüstung, WSA Westerbeck
(Foto: Voss)

Einige der Wallanlagen sind seit 10 und tlw. mehr Jahren in
Betrieb und es wurde an der Zeit, Lösungsansätze für eine
Optimierung zu finden. Auch die Genehmigungsbehörden, insbesondere die Wasserwirtschaft, erwartet hinsichtlich der Rückholbarkeit der Schrote Verbesserungen, wenn beim Blei als Schrotvorlage festgehalten werden soll.

Gelungen ist diese Verbesserung jetzt bei einigen Anlagen
durch eine neue Oberflächengestaltung mit Kunststoffdichtungsbahnen (KDB) in Verbindung mit einer Auflage aus Silageschutznetzen.

 

Schrotfangwall nach der Nachrüstung, WSA Westerbeck
(Foto: Voss)

Bei den KDB handelt es sich meist um Material aus Hochdruckpolyethylen (HDPE) mit Zulassung nach dem Wasserhaushaltsgesetz, wie es bei landwirtschaftlichen Silos oder im Deponiebau Verwendung findet. Die Folienbahnen werden verschweißt,
so dass die Oberfläche des Schrotfangwalles wasserundurchlässig wird und die Bleischrote nicht mehr mit dem Wallmaterial
in Berührung kommen. Die auf den KDB verlegten Silageschutznetze sind handelsüblich und werden entweder mit Erdnägeln
oder mit einem bewährten System aus Sandsäcken und Schlaufenbändern fixiert.

Aufgrund der Versiegelung größerer Flächen ist i. d. R. dann
auch eine geregelte Oberflächenentwässerung erforderlich,
die einer wasserrechtlichen Erlaubnis bedarf. Bisher waren
diese Erlaubnisse für die reinen Erdwälle nicht erforderlich. Darüber hinaus kann in die Entwässerung eine Kontrolleinrichtung integriert werden, aus der Wasserproben entnommen werden können und sogar eine Filteranlage kann angeschlossen bzw. nachgerüstet werden, die bei Bedarf Schadstoffe aus dem gesammelten Oberflächenwasser entfernt.

Schrotfangwall mit Folien- und Netzbewehrung,
WSA Garlstorf (Foto: Voss)

Rückholbarkeit der Wurfscheibenreste und Schrote werden so wesentlich erleichtert und die Anlage macht auch optisch immer einen sauberen Eindruck. Erwünschter Nebeneffekt ist die bessere Sichtbarkeit der Schei-ben vor dem grünen Hintergrund, der es den Schützen erleichtert, „an der Scheibe“ zu bleiben.

Die Nachrüstung mit Folien und Netzen ist - wie damals die Wallanlagen -  ein weiterer Schritt zur Umweltverträglichkeit von Wurfscheibenanlagen, die die Akzeptanz von Blei als Schrotvorlage fördert.

 

 

 

 


Wechsel an der Spitze des Bundesverbandes Schießstätten (BVS)

Auf der Mitgliederversammlung des BVS in Dortmund wurde ein neues Präsidium gewählt.

Der neue BVS-Präsident Dirk Schulte-Frohlinde (r.) wurde in Dortmund zum Nachfolger von Hans-Herbert Keusgen (l.) gewählt. (Foto: BVS)

Neuer Präsident wurde der Jurist und ehemalige Geschäftsführer der Landesjägerschaft Niedersachsen Dirk Schulte-Frohlinde. Er löst das Gründungsmitglied Hans-Herbert Keusgen ab, der den Verband seit 2002 geführt hatte. Neuer Vizepräsident wurde Rolf Knäpper aus NRW. Für die ausscheidenden Mitglieder des Präsidiums Dr. Bernd Möller und Erich Kapfer kamen neu in das Führungsgremium Peter Clemens (Rhld.-Pfalz) und Jochen Sokolowski (Baden-Würtemberg). Christian Junge aus der Geschäftsstelle des Landesjagdverbandes NRW übernimmt die Finanzen.

Dirk Schulte-Frohlinde dankte den scheidenden Präsidiumsmitgliedern, insbesondere Herbert Keusgen, für ihre langjährige Mitarbeit im Verband.

Der BVS wird in Zukunft neben der Beratung der Mitglieder bei Planung, Bau und Sanierung der Schießstätten seinen Schwerpunkt auf Schulungsangebote der Mitglieder durch Seminare aber auch auf regelmäßige Informationen durch einen Newsletter legen.
 

Das neue Präsidium besteht aus:
Präsident Dirk Schulte Frohlinde, ehemaliger Geschäftsführer der Landesjägerschaft Niedersachsen. Gründungsmitglied des BVS
Vizepräsident Rolf Knäpper, ehemaliger Mitarbeiter der RUAG und Mitglied der Schießstandkommission des Landesjagdverbandes NRW

Dirk Schulte-Frohlinde und Rolf Knäpper bilden das geschäftsführende Präsidium i.S.v. § 26 BGB.

Präsidiumsmitglieder kraft Sonderrechts:
Für den Deutschen Schützenbund:   Jürgen Kohlheim, ehemaliger Justitiar des DSB
Für den Deutschen Jagdverband:      Frank Seyring, Präsident des LJV Sachsen
Für den Herstellerverband:                Frank Göpper, Geschäftsführer des Forum Waffenrecht

Vertreter der Betreiber:
Berthold Begemann
Peter Clemens
Jochen Sokolowski

Beauftragter Schatzmeister:
Christian Junge


Sicherheit an erster Stelle!

Rückprallschutz auf Schießständen bei Einsatz bleifreier Solid-Geschosse

von Jürgen H. Voss

Mit Herausgabe der Schießstandrichtlinien 2012 ist auf Großkaliber-Schießständen (E0 bis 7.000 Joule) ein Rückprallschutz (Weichholz) bis zu einer Entfernung von der Schützenposition von 30,0 m erforderlich. In Abstimmung mit einem Schießstandsachverständigen können anstelle des Weichholzes auch ballistisch gleichwertige Materialien eingesetzt werden.

Bezüglich des Rückprallverhaltens und insbesondere zu den Rückprallweiten bleifreier Alternativgeschosse liegen keine ausreichend gesicherten Erkenntnisse vor, die eine exakte Festlegung der Verschalungslänge zulassen. Untersuchungen der DEVA zeigten außerdem, dass die bisherige Vorschrift der Schießstandrichtlinien mit der o. g. Weichholzverkleidung nicht immer ausreicht, um bei Einsatz hochmodener Nichtbleigeschosse ein Rückprallen von Geschossen/Geschossteilen oder Splittern der Bausubstanz selbst zu verhindern.

Bei Schießständen für Langwaffen bis E0 7.000 Joule ist bei Verwendung von homogenen Geschossen aus Kupfer, Messing o. Ä. (bleifreie Geschosse) gem. Ziffer 2.5.3 der neuen Schießstandrichtlinien deshalb auch einzelfallbezogen zu prüfen, ob über die o. g. Entfernung von 30 m eine Verschalung erforderlich ist bzw. welche weiteren Maßnahmen zu treffen sind. Im Einzelfall kann es erforderlich werden, den Rückprallschutz zu verstärken und/oder über die oben genannten Entfernungen auszudehnen.

Der seit April 2014 geltende Erlass der Niedersächsischen Landesforsten, dass in den Revieren der Landesforsten ausschließlich bleifreie Büchsengeschosse eingesetzt werden dürfen, erforderte nach Auffassung der Landesjägerschaft Niedersachsen e. V. aus Vorsorgegründen eine Nachrüstung der jagdlichen Schießstände mit zusätzlichem Rückprallschutz. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Schießstände unter Berücksichtigung der Sicherheit der Schützen auch uneingeschränkt für den Einsatz bleifreier Geschosse geeignet sind.

Da es aber noch keine verbindlichen technischen Vorgaben für die Rückprallsicherheit bei Einsatz von Nicht-Bleigeschossen gibt (s. o.), wurde vom Schießstandsachverständigen der Landesjägerschaft eine zusätzliche Anbringung von Rückprallschutz im unteren Bereich der Hochblenden empfohlen, da nur von dort ein Rückprallen in Richtung Schütze möglich ist.

Schießstand 100 / 50 m mit Protect HE® nachgerüstet

Für den zusätzlichen Rückprallschutz wurde ein Material gewählt, das auch bei militärischen Schießständen eingesetzt wird. Es handelt sich dabei um Vollgummiplatten, die nach entsprechendem Zuschnitt an die vorhandene Holzverkleidung geschraubt werden können. Dieses Material ist speziell für den Rückprallschutz bei Einsatz hochenergetischer Vollmantelgeschosse entwickelt und entsprechend zertifiziert. In einem internen Beschussversuch wurden auch schwachenergetische Geschosse E0 < 200 Joule und auch Kurzwaffenmunition geprüft.

Der zentrale Einkauf des Materials direkt beim Hersteller ermöglichte eine wirtschaftlich günstige Beschaffung. Um die Nachrüstungen einheitlich und technisch korrekt auszuführen, wurde der Auftrag zur Ausführung nach Einholung von Angeboten an eine Firma vergeben. Die Planung, Koordination sowie Überprüfung und Abnahme der umgerüsteten Schießstände wurde durch den von der IHK Lüneburg öffentlich bestellten und vereidigten Schießstandsachverständigen im Auftrag der LJN e. V. Herrn Jürgen H. Voss wahrgenommen.

Insgesamt wurden 30 ausgewählte Schießstände mit zusätzlichem Rückprallschutz nachgerüstet. Die Gesamtkosten betrugen 170.000,00 Euro. Aufgrund der Anordnung des damals zuständigen Ministers Meyer (Bündnis 90/Grüne), in den Revieren der Landesforsten nur noch bleifreie Büchsenmunition zuzulassen, konnte dieser überzeugt werden, die Kosten vollständig aus der Jagdabgabe zu finanzieren, so dass die Nachrüstung für alle Schießstandbetreiber kostenlos war.